Weinbaugebiet Piemont

 

Michele Chiarlo

 
Piemont ist eine Nordwestitalienische Region mit der Hauptstadt Turin. Dieses Gebiet zwischen den Ausläufern der Alpen und dem Apennin zählt unbestritten zu den ganz großen Weinbauregionen der Welt, das jährlich 2,5 – 3 Millionen Hektoliter Wein liefert. Dafür sorgt vor allem die Sorte Nebbiolo, aus der etwa die Weine Barolo, Barbaresco und Roero entstehen. Aber auch Barbera und die weißen Sorten Cortese di Gavi und Arneis sowie, zum kleineren Teil, der Dessertwein Moscato d‘Asti tragen zum Ruhm bei. Das von mittelalterlichen Schlössern geprägte Piemont ist ein klassisches Rotweinland mit einem Anteil von rund 90 % roter Reben.

Klima

mild, sehr trocken

Boden

überwiegend tertiäre Verwitterungsböden mit Kalkkernen und Mergel

Rebsorten

Piemonteser Weine sind von eigenem Charakter, da viele der dortigen Trauben entweder in anderen Teilen Italiens nicht angebaut werden oder dort keine vergleichbare qualitative Rolle spielen. Das gilt für den Nebbiolo, den Grignolino, Dolcetto, Correse u. a. und selbst der Barbera spielt im übrigen Italien nicht ganz die Rolle wie in Piemont. Darunter rangieren die übrigen, oft ausgezeichneten Nebbiolo-Weine, angefangen vom Nebbiolo d’Alba bis zu den nordpiemontesischen, mitunter als Spanna bezeichneten Weine.

Im Fokus steht natürlich der Klassiker Barolo, benannt nach dem Dörfchen rund 15 km südwestlich von Alba. Der traditionelle Stil gerät seit einigen Jahren in den Hintergrund, da seine Weine im Schnitt gut 10 Jahre benötigen, bis sie Aromen von dunklen Beeren und würzigen Noten freigibt und die gewaltige Tanninstruktur allmählich runder zu werden beginnt. Die modernen Barolos, die meist in Barriques ausgebaut werden und durch eine deutlich geringere Maischestandzeit weniger Tannine aufweisen, lassen sich hingegen schon nach der Freigabe des Jahrgangs genießen, obwohl sie dann noch gut 15 Jahre im Keller liegen können. Aus derselben Sorte wird der Barbaresco hergestellt, der aber durch wärmere Temperaturen und etwas anderen Böden nicht ganz so dicht wie sein großer Bruder daherkommt, dafür mehr Eleganz im Glas zeigt.

Die am meisten angebaute Sorte ist jedoch Barbera, aus der leichtere, fruchtige Wein produziert werden. Sehr gute Qualitäten liefert aber auch der feinfruchtige, relativ säurearme Dolcetto. Bei den Weißweinen gilt der Gavi als die Nummer 1. Hier sorgt die Sorte Cortese di Gavi für zartfruchtige, blumige Gewächse, während der Arneis eher mit einem fruchtig-würzigen, an Honig erinnernden Bukett daherkommt.

Piemont ist weinbautechnisch in vier Unterbereiche gegliedert: Piemonte „L’Astigiano“, Piemonte „Le Langhe“, Piemonte „Il Monferrato“ und Piemonte „Il Nord“.

Insgesamt verfügt das Piemont über 58 DOC- und DOCG-Gebiete.

DOCG-Weine des Piemont: Alta Langa, Asti, Barbaresco, Barbera d’Asti, Barbera del Monferrato superiore, Barolo, Brachetto d’Acqui, Dolcetto di Diano d’Alba, Dolcetto di Dogliani oder kurz Dogliani, Dolcetto di Ovada Superiore oder kurz Ovada, Erbaluce di Caluso, Gattinara, Gavi, Ghemme, Roero, Ruchè di Castagnole Monferrato.

DOC-Weine des Piemont: Alba, Albugnano, Barbera d’Alba, Barbera del Monferrato, Boca, Bramaterra, Calosso, Canavese, Carema, Cisterna d’Asti, Colli Tortonesi, Collina Torinese, Colline Novaresi, Colline Saluzzesi, Cortese dell’Alto Monferrato, Coste della Sesia, Dolcetto d’Acqui, Dolcetto d’Alba, Dolcetto d’Asti, Dolcetto di Ovada, Fara, Freisa d’Asti, Freisa di Chieri, Gabiano, Grignolino del Monferrato Casalese, Grignolino d’Asti, Langhe, Lessona, Loazzolo, Malvasia di Casorzo d’Asti, Malvasia di Castelnuovo Don Bosco, Monferrato, Nebbiolo d’Alba, Piemonte, Pinerolese, Rubino di Cantavenna, Sizzano, Strevi, Terre Alfieri, Valli Ossolane, Valsusa, Verduno Pelaverga.

 


 

 

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